Inga on Tour im
Land der
unbegrenzten
Möglichkeiten
Inga Stracke
blickt auf das
Rennen in
Indianapolis und
eine Stadt
voller
Motorsport-Traditionen
Hallo
liebe
Formel-1-Fans!
Stars'n'Stripes,
Hamburger,
Drive-In-Apotheken
und -Banken -
die USA, das
Land der
unbegrenzten
Möglichkeiten
ruft. Hier gibt
es sogar
Drive-In-Bankautomaten
mit
Blindenschrift!
Fahrerlager und
Boxengasse sind
getreu nach
US-Verhältnissen
riesig groß
gebaut, einmal
die Boxen auf
und ab dauert
hier gut doppelt
so lang wie in
Montreal am
vergangenen
Wochenende!
Downtown
Indianapolis hat
einiges zu
bieten, tolle
Restaurants und
große
Shopping-Malls.
Viele Kollegen
zieht es vor dem
Grand Prix immer
in den Süden von
Indianapolis,
nach Edinburgh.
Nein, nicht nach
Schottland,
sondern in ein
riesiges
Outlet-Center.
Dort kommt
man sich am
Mittwoch vor dem
Grand-Prix-Wochenende
vor wie im
Fahrerlager, so
viele bekannte
Gesichter sieht
man in den
verschiedenen
Shops. Der
letzte Stop ist
für viele im
Gepäckladen, um
einen
Zusatzkoffer für
die neu
gekauften
Klamotten zu
erstehen...
Die großen
Kinos in
Indianapolis
sind immer
wieder ein
Renner, vor
allem um neue
Premieren zu
sehen, Filme,
die erst in
Wochen oder gar
Monaten in
Europa anlaufen.
Ich freue mich
ja schon auf 'Oceans
13'!
Cool und
einzigartig muss
der neue
Unterwasser-Delfin-Dom
des Indianapolis
Aquariums sein,
wo man die
intelligenten
"Flippers" unter
Wasser
beobachten kann
und - man höre
und staune, im
Indianapolis
'Museum of Art'
sind über 50.000
Werke
internationaler
Welt-Klasse
Künstler
ausgestellt.
Richtig
klasse war
letztes Jahr
hier das 'Cool
City
Swing'-Festival
am Kanal, der
Eintritt war
frei. Am
Freitagnachmittag
treffen sich
hier immer
mitten in der
Stadt am
Monument Circle
die
Ferrari-verrückten,
der Eintritt ist
ebenfalls
kostenlos.
Auch wenn man
es kaum glauben
möchte,
Indianapolis ist
die zwölftgrößte
Stadt der USA
(New York ist
die größte,
danach kommen
Chicago und L.
A., Honolulu ist
Nummer sieben).
Und: wer hätte
gedacht, dass
die weltbekannte
Late-Night-Show
von David
Letterman hier
in Indianapolis
zu Hause ist?
Noch etwas fürs
Buch der
Rekorde: die 'Slippery
Noodle' (372
South Meridian
Street), eine
Bar, die bei
vielen
Formel-1-Mechanikers
sehr beliebt
ist, ist die
älteste Bar des
Staates Indiana.
Seit 1850
spielen in der
ehemaligen
U-Bahnstation
vorwiegend Blues
Bands, Löcher in
der Wand hinter
dem Tresen
zeugen noch
heute von
Schießübungen,
unter anderem
von John
Dillinger.
Kein Grund
jedoch für die
Betreiber, die
Öffnungszeiten
lockerer zu
sehen als
andere: Im Staat
Indiana gibt es
Sonntagabend
nach Mitternacht
nirgendwo mehr
etwas
Alkoholisches zu
trinken. Ich
habe es selbst
erlebt, dass sie
uns in einem
Restaurant Punkt
Mitternacht die
halbvolle
Bierflasche vom
Tisch geräumt
haben!
Wie in ganz
Amerika muss man
mindestens 21
sein, um hier
Alkohol zu
kaufen, jeder
muss seinen
Ausweis
vorzeigen, egal
ob im
Supermarkt, 'Liquor
Shop' oder Bars
und in ganzen
Staat Indiana
gibt es Sonntags
kein einziges
Geschäft das
Alkohol
verkaufen darf -
nur lizenzierte
Bars und
Restaurants...Nicht
fehlen darf
natürlich auch
hier das 'Hard
Rock Café'. Und
im 'Rathskeller'
gibt's Original
deutsche
Bratwurst im
Biergarten.
Eine eigenartige
Kuriosität habe
ich bei einer
freundlichen
Mediaeinladung
von Honda-USA im
'Chris Ruth
Steak House'
entdeckt:
abgesehen davon
dass es dort
sensationelle
Steaks gibt (ich
glaube das
größte, das ich
in meinem Leben
gegessen habe),
sind dort in
einer Vitrine
Teddybären aus
Nerz ausgestellt
- ab 100 Dollar
aufwärts!
Noch ein
letzter Tipp:
auch wenn es von
außen fast
schäbig
aussieht: das
'Union Jack' an
der Ecke
Crawfordsville
Road und High
School Road,
fünf Minuten
westlich vom
'Indianapolis
Motor Speedway'
ist ein wahres
Motorsport-Museum.
Uralte
Rennhelm-Originale,
unterschrieben
von Indy
500-Piloten
eines
Jahrhunderts,
Bilder,
Rennhandschuhe
und mehr
überall, im
ganzen
Restaurant
hängen Fernseher
und man kann
Indy-Rennen
mehrerer
Jahrzehnte
bewundern. Dazu
wirklich gutes
Essen (nicht nur
Burger und
Pommes) und
Bedienungen mit
unglaublich
lackierten
Fingernägeln!
Geschichte/Buntes
Der
diesjährige
Grand Prix wird
das 64.
Formel-1-Rennen
in den USA sein,
der erste
offizielle USA
Grand Prix fand
1959 in Sebring
statt. Der
Sieger war Bruce
McLaren, der
vier Jahre
später sein
McLaren-Formel-1-Team
gründete. In den
Jahren zwischen
1950 und 1960
zählten die
Indianapolis 500
zur
Formel-1-Weltmeisterschaft,
obwohl aus
Sicherheitsgründen
Formel-1-Autos
nicht daran
teilnehmen
durften.
Der Speedway
wurde 1909
gebaut und läuft
damit Monza
(1922) den Rang
ab, älteste
Grand-Prix-Strecke
zu sein, auch
wenn die Formel
1 nur die
Steilwandkurve
des alten Kurses
nutzt. Abgesehen
von den elf Indy
500-Rennen, die
theoretisch zur
WM zählten,
fanden 43
USA-Grand-Prix
statt.
1982 wurde gar
dreimal in
Amerika
gefahren, in
Detroit, Long
Beach und Las
Vegas. Mit Indy,
Sebring,
Riverside,
Watkins Glen,
Michigan, Dallas
und Phoenix
(hier fand 1991
der letzte
USA-Grand-Prix
statt, bevor
Indianapolis
2000 in den
Kalender kam)
sind die USA das
Land mit den
meisten
verschiedenen
Grand Prix
Austragungsorten.
46
amerikanische
Formel-1-Piloten
gab es bisher,
zwei davon
wurden
Weltmeister,
Phil Hill und
Mario Andretti.
Drei weitere
konnten sich in
die Siegerlisten
einschreiben -
Ritchie Ginther,
Dan Guerney und
Peter Revson.
Formel-1-Rookie
Scott Speed hat
für die Zukunft
natürlich auch
einen Sieg als
Ziel.
Mit seinem
Sieg 1977 ist
Mario Andretti
übrigens der
einzige
Amerikaner, der
einen
Heim-Grand-Prix
gewonnen hat.
1978 holte
Andretti in
Holland auch den
vorläufig
letzten
Grand-Prix-Sieg
für Amerika.
Einen
sensationellen
Rekord kann der
Ire John Watson
verbuchen - er
gewann 1983 in
Long Beach vom
22. Startplatz
aus - die
schlechteste
Startposition,
die je einen
Grand Prix
Sieger hatte!
Der erste
Event, der auf
dem IMS
stattfand, war
übrigens ein
Heißluftballonrennen.
1909 starteten
die Teilnehmer
aus dem Infield
des Ovals, das
sich zu dem
Zeitpunkt noch
im Bau befand.
Die ersten Indy
500 wurden am
30. Mai 1911
ausgetragen.
Keiner der
aktiven
Formel-1-Piloten
hat auch am USA
Grand Prix 1991
teilgenommen,
2001 waren es
noch zwei, Jean
Alesi und Mika
Häkkinen.
Der Kurs
Der
'Indianapolis
Motor Speedway'
ist mit 250.000
Sitzplätzen die
größte
Sportstätte der
Welt. Die beiden
Oval-Rennen, die
Indy 500 und die
Brickyard 400
halten den
Rekord als die
größte und
zweitgrößte
Eintages-Sportveranstaltung
der Welt. Für
den
Formel-1-Grand
Prix werden
nicht alle
Tribünenplätze
des Ovals
benutzt.
Das Rennen geht
über 73 Runden,
die 2000
eingeweihte
Strecke ist
4,192 km lang,
das ergibt eine
Renndistanz von
306,016
Kilometern. Der
Grand-Prix-Kurs
besteht zum Teil
aus dem
berühmten Oval
Indianapolis
verlangt - wie
Montreal -
mittleren
Abtrieb und
bringt die
zweithöchsten
Spitzengeschwindigkeiten
der Saison
hervor.
Der Kurs
verfügt über den
längsten
Vollgasabschnitt
der gesamten
Saison. Er
beginnt nach der
zwölften Kurve
und geht durch
"Turn 1" des
Ovals bis
hinunter zur
ersten Kurve der
Formel-1-Strecke.
Ausnahmsweise
allerdings fährt
die Formel 1 im
Uhrzeigersinn,
während die
Oval-Rennen
entgegengesetzt
gefahren werden.
Einerseits
ist auf dem Oval
geringer Abtrieb
ideal,
andererseits
verlangt das
Infield viel
Bodenhaftung. In
Indianapolis ist
der Motor die
mit Abstand am
stärksten
beanspruchte
Komponente des
Fahrzeugs. Die
Formel-1-Boliden
starten auf der
Zielgeraden
zwischen den
Originalkurven 1
und 2, dann
jedoch biegen
sie im
90-Grad.Winkel
nach rechts ins
Infield ab.