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  F1 Vorschau - GP Bahrain - 15. April 2007


 
1001 Nacht, Sherezahde, Kamele im Wüstensand, Beduinenzelte, und das Gefühl ganz weit weg zu sein, das ist der Große Preis von Bahrain
 
Der Tower ist das Wahrzeichen der Rennstrecke von Manama
  © xpb.cc
Erst Ende 2002 setzte Formel-1-Supremo Bernie Ecclestone seine Unterschrift unter den begehrten Grand-Prix-Vertrag. Wahrzeichen der Anlage ist der sich nach unten verjüngende "Sakhir-Tower". Er ragt acht Geschosse hoch aus der Wüstenszenerie heraus.

Zuschauertribünen, Garagenkomplex und VIP-Lounges sowie die Gebäude für die Rennleitung tragen Dachaufsätze, die an die typischen Zelte der Wüstenvölker erinnert. Der Bereich von Fahrerlager und Boxen stellt dabei so etwas wie eine Oase dar, in die die Piloten nach ihrer Runde durch die sandige Ebene immer wieder zurückkehren.

Wir sitzen im Pressezentrum mittendrin, am Eingang des Fahrerlagers, ich kann von meinem Platz hier genau ins Fahrerlager schauen, wo die Teams nicht wie sonst in Motorhomes sitzen, sondern in gekühlten Pavillons.

Gastfreundlichkeit wird hier ganz groß geschrieben, überall hat man das Gefühl, willkommen zu sein. Das Essen ist herrlich und an der Strecke ist die Verpflegung der VIP-Gäste bis ins Detail perfektioniert: 20 Tonnen Eis, 1.500 Kuchen, 2.300 Hummer, 750 Kilo Krabben, 600 Eier, 5.000 Liter Orangensaft werden hier an diesem Wochenende konsumiert... Ach ja, nicht zu vergessen: Und 400 Kilo Schokolade.

"Es kommen Motorsportenthusiasten aus 40 Ländern!", freuen sich die Bahraini. Bahrain hat eine Bevölkerung von 670.000 Einwohnern, pro Jahr kommen drei Millionen Touristen ins Königreich, das aus einem 33 Inseln umfassenden Archipel besteht.

Die Landung in Bahrain: Die Einflugschneise geht über sandig-steinige Felder. Die Einreise klappt immer super schnell. Eigens eingerichtete Zollschalter für Formel-1-Gäste, kaum langes Anstehen. Visa - kein Problem. Der Mietwagen wird einem an den Terminalausgang gebracht, beim Nachtanken vor der Abgabe muss man unwillkürlich schmunzeln: Ein Liter Super für umgerechnet 0,16 Euro! Da würde man doch zu gerne ein paar Behälter davon mit nach Hause nehmen.

Auf dem Weg von der Stadt zur Rennstrecke zeugen Baustellen und weitere Bauvorhaben vom Aufblühen Bahrains. Einfach scheint das aber nicht zu sein, denn die Wüste dort ist keine Sandwüste wie wir sie uns vorstellen, sondern eher eine Stein- und Geröllwüste.

Es ist ziemlich öde und gelb-grau, immer wieder Gesteinsbrocken, die wohl auch Streckenarchitekt Hermann Tilke das Leben beim Bau des Kurses auch schwer gemacht haben. Er musste damals nicht nur eine Sandschicht abgraben, sondern eine Gesteinsschicht wegsprengen lassen.

Bei der Analyse der Anforderungen der Grand-Prix-Strecke sahen sich übrigens vor dem ersten Grand Prix 2004 manche Ingenieure in die Mitte der 80er-Jahre versetzt, als der Dünenkurs von Zandvoort noch auf dem Formel-1-Kalender stand. Die Parallele: Ebenso wie an der holländischen Nordsee wehen auch in der arabischen Wüste die Windböen immer wieder Sand auf die Strecke.

Wer den Weg zur Strecke nicht gleich findet, dem weisen lächelnde Papp-Formel-1-Piloten den Weg, und direkt an der Strecke zeigt sich das westliche Bahrain: Ein McDonalds.

Ein kleiner Tipp für Bahrain-Reisende: Es wird hier als Beleidigung empfunden, wenn man die Fußsohlen eines anderen sieht, also, immer fein die Schuhe anlassen, nur nicht in der Moschee, denn dort darf man nur hinein, wenn man die Schuhe auszieht, als Frau muss ich mir dazu noch ein Tuch über die Haare legen.

Die "Große Al Fateh Moschee" in Manama ist übrigens sensationell - 7.000 Leute passen hier hinein, allabendlich ruft der Muhezzin zum Gebet, sein Gesang ist über der ganzen Stadt zu hören. An der Uferstraße wird, wie seit Jahren hier in Bahrain, überall wie wild gebaut, ganz prominent: die Bahrain World Trade Center Twin Towers, zwei Türme mit blauer Verglasung in Form zweier Dhow-Segel.

Etwas vom Stadtzentrum entfernt liegt das 'Ritz Carlton'-Hotel mit eigener kleiner Insel, am Strand und mit einzelnen VIP-Villen. Dort wohnen die meisten Piloten.

Das Essen in Bahrain - hervorragend. Einfach mal probieren, vor allem die vielen kleinen verschiedenen Vorspeisen - sensationell. Am besten war's dann vergangenes Jahr aber beim Inder - ein kleiner Geheimtipp vom Manager unseres Hotels (der zufällig Inder ist): Fantastisches Buffet mit Live-Musik (der Sänger erweckte den Eindruck, geradewegs aus Bollywood eingeflogen zu sein, allein die typischen Handbewegungen beim Singen waren faszinierend!).

Was dort im Vergleich zu den meisten anderen Restaurants fehlte, war das gemütliche Blubbergeräusch bei dem man nach einem leckeren Essen fast einschlafen kann: Der Bahraini an sich scheint zum Abendessen gerne mal die Wasserpfeife zu genießen...natürlich nur mit Tabak, oder gar Apfeltabak, aber auch der benebelt einen leicht...

Ich habe mir abends mal den Basar, oder besser gesagt Souq angeschaut, war aber etwas enttäuscht. Eigentlich hatte ich jede Menge Stände mit Essen, Teppichen, Gold, Gewürzen und orientalischen Besonderheiten erwartet. Stattdessen gibt es eine Gasse mit Kofferläden, eine mit Wasserpfeifen, eine mit Schmuckgeschäften und jede Menge Krimskramsläden, in denen von der Küchenmaschine über gefakte Dior-Handtaschen bis hin zu Formel-1-T-Shirts alles ausliegt.

Soudek verkauft in seinem Shop nicht nur nachgemachte Formel-1-T-Shirts für umgerechnet drei Euro. Am meisten beeindruckt hat mich ja die blau-weiße Wasserpfeife im Laden von Farman Ali - gar nicht mal so teuer, nur umgerechnet 50 Euro, aber ich habe natürlich keine Ahnung, wie man sie A transportieren könnte und B, was der deutsche Zoll wohl zu so einem Souvenir sagen würde?

Cool fand ich den Schuhmacher der in einem winzigen Raum quasi auf der Straße Schuhe maßanfertigt. Und in der Straße mit den Schmuckgeschäften wird man förmlich geblendet, manchmal im wahrsten Sinne des Wortes - ist hier doch nicht alles Gold, was glänzt. Man(n) kauft hier für seine Frau(en) übrigens nicht mal einen Ring oder eine Kette, sondern gleich mehrere. Und die werden dann abgewogen, bezahlt wird nicht pro Schmuckstück, sondern nach Gewicht.

Bahrain ist übrigens ein seit 1971 vom britischen Protektorat unabhängiges Arabisches Emirat. Staatsoberhaupt des Königreichs ist der Emir, der mittels Kabinett regiert. Der Islam ist Staatsreligion. Annähernd 90 Prozent der Bevölkerung sind Muslime. Davon sind rund 70 Prozent Schiiten, 30 Prozent Sunniten. Insgesamt leben knapp 670.000 Menschen in Bahrain. Frauen dürfen hier seit 2002 wählen!

Ich werde an diesem Wochenende leider nicht selbst in Bahrain sein, sondern durch meine Kollegin Britta Weddige vertreten. Den ersten Bahrain-Grand-Prix haben wir zusammen bestritten, ich hoffe, sie legt einen Besuch bei unserem Lieblingsrestaurant ein - dort pafften die Bahraini direkt neben unserem Tisch die fetten Wasserpfeifen. Natürlich nur mit Pfefferminze gefüllt.

In diesem Sinne,

Salem Aleikum

Inga Stracke - diesmal nicht von der Strecke

 
     

   
 

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