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  F1 Rückblick - GP Montreal - 12. Juni 2007


 
 
 
 
Stracke an der Strecke: In Montréal tanzt der Bär!

Inga Stracke berichtet von ihrem Lieblings-Grand-Prix in der pulsierenden Metropole Montréal

Inga Stracke in Montréal

Hallo, liebe Formel-1-Fans!

Montréal, mein Lieblings-Grand-Prix, ist einmal mehr viel zu schnell vorbei gegangen! Zu wenig habe ich wieder erleben können von dieser traumhaften Stadt, die eine perfekte Mischung aus europäischem Charme und nordamerikanischer Großzügigkeit ist. Montréal-typisch zum Beispiel, dass man immer wieder zwischen den Hochhäusern eine wunderschöne alte Kirche entdecken kann.

Wie immer eine der Hauptattraktionen für alle aus dem Formel-1-Fahrerlager in Montréal: Shoppen gehen! Fast alle Geschäfte hatten die Fenster mit Formel-1-Zubehör dekoriert, mindestens eine Zielflagge sah man überall.

 

Bei der Ankunft am Mittwochnachmittag war ich froh, meine Fleecejacke eingepackt zu haben. Es war richtig kalt, unter zehn Grad und Regen! Klasse aber dafür: Wie immer ist mittwochs doch die Strecke offen und man kann selbst mal eine Runde fahren. Der Kollege, der mitfuhr, meinte nur kopfschüttelnd: "Wie können die hier auf dieser engen Straße nur so schnell fahren?" In der Tat, im Fernsehen sieht es längst nicht so eng aus, wie wenn man selbst zwischen den Leitplanken entlangfährt. Das ist auch in Monaco so oder in Spa-Francorchamps - man sieht im Fernsehen nicht wirklich, wie steil es dort teilweise bergauf und bergab geht!

ASIMO und Inga Stracke

Donnerstagabend konnten wir bei der Honda-Experience an der Rennstrecke eine Innovation besonderer Art sehen: einen kleinen Roboter (120 Zentimeter) der auf Zuruf und Bewegungen reagiert: ASIMO. Ein putziges Kerlchen, in dem unglaublich intensive Forschungsarbeit steckt! Seit 20 (!) Jahren arbeiten Honda-Ingenieure an diesem Roboter der dafür entworfen wurde, behinderten und alten Menschen zu helfen. Damit er auch Treppen bewältigen kann, bekam ASIMO (Advance Step In Innovative Mobility) Beine und Füße wie ein Mensch, er kann Türen öffnen, Licht anknipsen, und Dinge von einem Regal auf einen Tisch bewegen. Seine Augen sind auf der Augenhöhe eines sitzenden Menschen. Am coolsten aber ist die Tatsache, dass er lernt und reagieren kann; wenn man sich ihm nähert, hebt er die Hand zum Gruße, steht man weiter weg, winkt er tatsächlich! Er erinnert sich sogar an Gesichter und begrüßt einen mit Namen!

Am Donnerstagabend tanzte im Thursdays wieder der Bär. Auf der drehenden Tanzfläche ist das Discofeeling komplett, mit Musik aus den 80ern. Oben auf dem Dach des 21. Stocks des Hotel de la Montagne (beherbergt im Erdgeschoss und Keller eben genanntes Thursdays) mitten in Montréal-Downtown wurde zur Latino-Live-Musik getanzt, mein Zimmer lag nur ein paar Stockwerke darunter, die Musik (und vor allem das durch die Betonwände nach unten schallende Geräusch tanzender Absätze) machten Schlafen ohne Ohrenstöpsel zur Herausforderung...

 Disco Thursdays
Am Freitag dann - endlich - Sonnenschein und Wärme. Wir dachten ja schon alle, wir wären im kanadischen Winter gelandet, aber die Sonne hatte ein Einsehen mit uns. Auch abends war es noch schön warm, die Innenstadt wie immer voller Leben. An jeder Straßenecke Party, die Crescent Street war gesperrt und vor Jacques Villeneuves Newtown war eine riesige Bühne mit einer wirklich guten U2-Coverband. Es war noch immer schön warm, das ist schon eines der angenehmen Phänomene einer Großstadt, sie heizt sich auf und hält auch abends noch die Wärme. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Partystraßen waren wir beim Japaner, All-you-can-eat-Sushi - wie immer hervorragend -, und ich war froh, dass es den Laden noch gab, das kann man ja nach einem Jahr nie wissen. Angenehm: Man musste nicht alles auf einmal bestellen, sondern konnte immer wieder nachordern. Wer sein Sushi aber nicht aufaß, musste pro Sushi einen Dollar Strafe zahlen, eine gute Idee um Essensverschwendung zu verhindern! 

Danach noch ein kurzer Abstecher auf die Rooftop-Bar meines Hotel de la Montagne - wie immer genialer Ausblick auf das nächtliche Montréal, diesmal ganz besonders: Ein aufziehendes Gewitter schickte riesige Blitze über die Skyline. Mir sollte es recht sein, denn dann fing es an zu regnen und die Band musste zusammenpacken. Das wiederum bedeutete, dass ich diese Nacht früher schlafen konnte, ohne den Partylärm vom 20. Stock bis herunter zu meinem 17. Stockwerk zu hören.

.Roof Bar

Am Samstag - Gott sei Dank - wieder traumhaft schönes Sommerwetter. Ich habe mir beim Warten auf die Stimmen nach der Qualifikation doch glatt einen leichten Sonnenbrand geholt. Das Licht über der Ruderstrecke bei unserem abendlichen Kilometermarsch zum geparkten Auto: wunderschön.

Abends dann der Megatrubel und Stau in der Innenstadt - es ist schon herrlich, wenn ein Polizist, der für alle die komplette Straße sperrt, die (in Kanada nicht grüne) Minna zur Seite fährt, damit man zu seinem Hotel über die gesperrte Straße durch kann. Und trotz Rambazamba auf den Straßen rund um Hotel de la Montagne, Crescent Street und Newtown konnte ich zum Dinner mit einem netten Kollegen tatsächlich einen guten Tisch im Eggspectations ergattern. Nach einem Pitcher erfrischender Sangrias und leckeren Crêpes haben wir uns dann noch den nächtlichen Ausblick von der Rooftop-Bar gegönnt.  

Sonntagabend hieß es Abschied nehmen von meiner Freundin Charlie, die ihr letztes Rennen hatte und jetzt auf Jobsuche ist. Die Party war in Jacques Villeneuves Newtown, vom Besitzer selbst hatte ich das ganze Wochenende keine Spur gesehen. Nachdem er bei einer Pressekonferenz am Anfang der Woche Formel-1-Wunderkind Lewis Hamilton kritisiert hatte, ließ er sich nicht mehr blicken.

Um der Tradition zu folgen, durfte natürlich auch am Montagmorgen das Frühstück im Eggspectations nicht fehlen. Naja, okay, es war eher Mittag und Brunch. Wie auch immer, in keinem anderen Restaurant habe ich je mehr verschiedene Gerichte mit Eiern gesehen, in den unterschiedlichsten Arten zubereitet!

Übrigens: Ich dachte ja schon, ich hätte Pech gehabt, als mein Koffer bei meiner Ankunft in Montréal nicht auf dem Gepäckband war. Um Mitternacht konnte noch immer niemand bei der Air Canada sagen, wo er tatsächlich gelandet war, doch am nächsten Morgen um 6:00 Uhr rief der Concierge meines Hotels an und brachte mir meinen Koffer aufs Zimmer. Doch richtig schief gelaufen ist es bei einer japanischen Kollegin. Kurz vor ihrer Abreise "verstarb" ihr Laptop. Einen neuen konnte sie nur online bestellen, dieser konnte aber erst am Mittwoch nach dem Montréal-Grand-Prix nach Indianapolis geliefert werden. Dann wurde ihr in London ihr Blackberry gestohlen, damit war keine Emailkommunikation mehr möglich. Als dann am nächsten Tag auch noch ihr Handy den Geist aufgab, war sie von jeglicher Kommunikation abgeschnitten. 

Die Krönung: Ihr Gepäck kam ebenfalls nicht in Montréal an und wurde am Samstagnachmittag dann endlich in London (!) lokalisiert! Naja, wenigstens war sie heil angekommen und hatte dazu noch das Glück, dass ein anderer Kollege einen Ersatzlaptop dabei hatte, den sie benutzen konnte, um arbeiten zu können!

Mit diesen Gedanken sind die Koffer gepackt, ich muss Montréal wieder verlassen und freue mich schon jetzt auf nächstes Jahr! Jetzt geht es gleich weiter, ohne Pause nach Indianapolis - krasser Unterschied zu Montréal! Ich fliege von hier direkt nach Chicago und fahre dann runter durchs "platte Land" nach Indianapolis...

Bis dann,

Ihre
Inga Stracke

 
     

   
 

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